Was Ihr auf Kreta erleben könnt

Aufregung in Old Hersonissos

Es fing schon an der Hotelrezeption an als ich ein Taxi für insgesamt sechs Personen ordern wollte. Schien erst ein Problem zu sein, bis die Mitarbeiterin vom Hotel verstand, dass wir mit vier Erwachsenen und zwei Kindern sind. Da war es kein Problem ein Taxi zu bekommen, da die Kinder ja auf dem Schoß mitfahren können. Andere Länder andere Sitten. Selbst als wir mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern in ein Taxi gestiegen sind, gab es für die Kinder auch kein Sitzkissen. Aber gut das kennt man ja, in Deutschland wäre das ein No-Go. Unsere Fahrt dauerte nur ein paar Minuten und ich erklärte dem Fahrer in der Zwischenzeit wo wir hinwollen. Ehrlich gesagt hätte ich mir von der Altstadt etwas mehr erhofft. Ich fand es schön dort, aber sehr überschaubar, dazu aber später mehr. Unsere Ankunft stand bevor und wir hielten mitten auf einem zentralen Platz. Um uns herum eine Vielzahl von Tavernen, alle gut besucht zum gemütlichen beisammen sitzen um zu quatschen, Wein zu trinken und ein paar griechische Spezialitäten zu essen. Der Fahrer war so nett mir die Karte von seinem Taxiunternehmen zu geben, damit ich später anrufen könnte. Nachdem alle von uns ausgestiegen waren, wollte ich noch an den Kofferraum um den Kinderbuggy herauszunehmen. In dem Moment fuhr das Taxi los und ich konnte nur noch reflexartig wie ein Irrer auf den Kofferraumdeckel einhämmern, damit der Fahrer stehen bleibt. Der Fahrer bekam das unweigerlich mit und entschuldigte sich und öffnete den Kofferraum. So hätten wir fast den Kinderwagen verloren, ich hatte zwar die Karte aber hätte ja weder gewusst wie unser Fahrer hieß noch wie die Taxinummer war. Merke also für die Zukunft, immer schön auf die Taxinummer achten und merken, gerade wenn man im Ausland ist. Durch diese Aktion war natürlich neben den anderen Gästen auch der letzte Wirt auf uns aufmerksam geworden und wir bekamen die geballte Ladung Gastfreundschaft und Eigenwerbung zu spüren. Ich dankte immer schön freundlich für die Visitenkarten die mir zugesteckt wurden und lehnte dankend ab irgendwo einzukehren um was zu Essen oder zu trinken, da wir doch erstmal in Ruhe durch die Altstadt schlendern wollten. Die Besichtigung stellte sich aber als kurzweiliger heraus als ich dachte. Es gab von dem großen Platz wo wir mit Spektakel ankamen, nur eine lange Straße mit ein paar Läden und Tavernen bis hin zu einer Kirche die um diese Zeit leider schon zu hatte.

Wir konnten auf dem Kirchenvorplatz lediglich ein paar süße Katzenbabys entdecken die dort zusammen mit Ihrer Mutter auf der Suche nach Essen waren. Wir beschlossen über einen anderen Weg zurückzugehen, weil es sonst nur weiter in Richtung einer Wohnsiedlung ging. Bevor wir uns auf den Rückweg machen konnten mussten wir aber noch mit einem sehr aufdringlichen Zeitgenossen vorliebnehmen. Auf der einen Seite war er hilfsbereit und so erfuhren wir auch das die Kirche zu hat und erst gegen Mittag besucht werden kann, aber er blieb uns dann am Rückweg auf den Versen und wollte uns unbedingt in die Taverne seiner Familie lotsen. Auf der eine Seite verstehe ich es, da die Menschen nun mal vom Tourismus leben, aber hier war das Maß an Gastfreundschaft selbst mir allmählich übertrieben. Schöner fand ich dann eher die Einheimischen die in Ihrem Garten oder vor dem Haus saßen und einem ein freundliches Kalispera (Guten Abend) erwiderten, wenn man Sie auf Ihrer Landessprache begrüßte.

Mein Fazit von Old Hersonissos bleibt aber durchweg positiv. Dinge die das Reisen ausmachen passieren halt und selbst wäre der Buggy weggewesen, wir hätten ihn auch irgendwie wieder zurückbekommen. Ein Ausflug lohnt sich definitiv dort hin, vor allem, weil die Atmosphäre an dem Hauptplatz wirklich schön ist.

Roman Fountain und Chersonissos Promenade

Chersonissos war früher eine römische Hafenstadt. Noch heute findet man auf ganz Kreta den Einfluss der Römer und Venezia. So gibt es z.B. einen Venezianischen Hafen in der Stadt Rethymon und Chania. Chersonissos selbst hat eine schöne Strandpromenade mit einem leider total vernachlässigten Brunnen, den Roman Fountain. Er war nicht in Betrieb und zugemüllt, so dass man die hübschen Mosaike gar nicht wirklich wahr nimmt die den Brunnen zieren. Bevor man zur Promenade kommt, bahnt man sich allerdings erstmal den Weg vorbei an unzähligen Rent a Car Stationen unzähligen Blinkreklamen, kleinen Stores und diverse Anbieter für Tagesausflüge.

Freilichtmuseum Lychnostatis

Das Freilichtmuseum Lychnostatis ist mein ganz persönlicher Tipp. Da das Museum nur bis 14Uhr geöffnet hat, macht ihr euch am besten direkt nach dem Frühstück auf den Weg, aber checkt vorher nochmal die Internetseite, da das Museum an einem Tag einen Ruhetag einlegt. Direkt nach dem Frühstück aufzubrechen macht natürlich allein wegen der Mittagshitze Sinn.  Aber auch im Freilichtmuseum bekommt ihr immer mal wieder die Gelegenheit euch im Schatten von Zitronenbäumen aufzuhalten, oder ihr befindet euch in einem alten Bauernhaus oder Töpferei. In diesem Museum erfahrt ihr eine Menge Interessantes über den Handel und das Leben der frühen Inselbewohner. Unter den Ausstellungsstücken ist ein Herbarium, Olivenöle und Weinpressen zu finden, aber auch eine Töpferei, eine alte Schäferhütte in der es unglaublich streng nach Ziege gerochen hat, eine alte kretische Schule, Schusterei und Weberei. Obwohl es eine Menge zu sehen gibt, könnt ihr auch bei sonnigen 30 Grad problemlos mit euren Kindern diesen gut 2-3 Stündigen Rundgang durch das Museum unternehmen.

Vergesst aber nicht kurz vor Ende an der Bar eine Pause einzulegen und gönnt euch die Hausgemachte Limonade, köstlich. Ihr müsst nur danach Fragen, am Ende bekamen wir das Rezept genannt, auch wenn wir die Limo zu Hause noch nicht nachgemacht haben, aber meistens schmeckt es vor Ort immer besser und diese Erinnerung will ich lieber behalten.

Mit der Bimmelbahn ins Hinterland von Kreta

Von der typischen Touribimmelbahn hatte ich bei meinen Recherchen vor unserem Reiseantritt schon gehört. Diese typische Hopp on Hopp of Fahrten gibt es ja so ziemlich überall. Eher zufällig erfuhren wir von einer Traditionellen Tour bei der man in die Berge fährt und bis ins Hinterland vordringt. Das liebe ich ja so am Reisen. Eigentlich fragte ich nur mal nach dem Weg ohne im Vorfeld zu sehen wen ich da überhaupt fragte. Nach kurzem hin und her erzählte er uns von dieser Tour und gab uns eine Broschüre mit. Die Tickets für diese Tour müsst ihr einen Tag zuvor kaufen, dafür könnt ihr die Nummer auf der Broschüre anrufen bzw. Über die Hotelrezeption anrufen lassen. Zur vereinbarten Zeit kam unsere Bekanntschaft vom Vortag mit seinem Roller angefahren und brachte uns die Tickets. Am nächsten Tag ging es dann nach dem Frühstück los. Was ihr auf der Tour auf keinen Fall vergessen dürft, euren Fotoapparat und Wasser, Wasser, Wasser. Die Tour führt euch vorbei an den mit Abstand größten Golfkurs in Griechenland. Ihr habt einen tollen Ausblick den Aposelemi Staudamm, der die Hauptstadt Herkalion mit Wasser versorgt.

Dann geht es weiter an teilweise kargen Berglandschaften bis auf einmal aus dem nichts ein kleines Dörfchen durchfahren wird, wo euch Leute am Straßenrand fröhlich zuwinken. Die Route führt weiter zu den Dörfern Gonies, Avdou und Potamies wo ihr die traditionellen Gebäude, Byzantische Kirchen, Wassermühlen, Olivenbäume aber auch schmale Gassen, zerfallene Gebäude und die fröhliche kretische Gastfreundschaft kennen lernen könnt. Unseren ersten Stopp legten wir in Gonies ein. Dort hatten wir Gelegenheit durch die Gassen des Bergdörfchens zu schlendern und bei Bedarf in einem kleinen Kiosk ein kaltes Getränk zu kaufen.

Bei unserem nächsten Halt in Avdou machten wir uns durch die kleinen Gassen auf den Weg zu einer Olivenpresse. Bei der Olivenpresse lernten wir etwas über die Herstellung von Olivenöl und wo die Unterschiede liegen, ob man jetzt das Öl nur für den Salat oder fürs Kochen benutzten kann. Natürlich durfte man auch Oliven probieren und Brot mit Olivenöl kosten. Bei dem Gedanken daran läuft mir das Wasser im Mund zusammen und mir steigt der Duft von Olivenbäumen in die Nase. Wir kauften uns selbst für zu Hause eine Flasche von dem Olivenöl um es später für den Salat zu verwenden.

Im Anschluss legten wir eine Mittagspause in einer typischen kleinen Taverne ein. Da es recht warm war, bestellte ich mir nur einen kleinen griechischen Salat. Die Portion war allerdings so riesig, dass es ein komplettes Mittagessen ersetzten konnte. Statt kleiner Fetakäse Würfel hatte ich gleich einen kompletten Fetakäse auf meinem Salat, mit reichlich Brot und frischen Oliven von Nebenan, saulecker. Nach dieser Stärkung konnten wir mit vielen neuen Eindrücken die Rückkehr antreten um den Rest des Tages am Meer zu verbringen.

Weitere Ausflugtipps

In Portamies gibt es eine kleine Farm die Ihr besuchen könnt mit Ziegen und Eseln. Die Kritiki Farma Donkey Tours, oder den Labyrinth Themenpark in Chersonissos wo ihr auch eine Partie Minigolf spielen könnt. Wirklich sehenswert soll das Kloster Vrodisi Monastery sein, was wir leider zeitlich nicht geschafft haben. Dann gibt es natürlich noch in der Nähe den Ort Malia wo ihr die Malia Ruinen besichtigen könnt. Eine gute Alternative zu der Standard Tour nach Knossos zum Palast. Dafür gibt es aber in Heraklion die Kathedrale of St.Minas und den venezianischen Hafen zu besichtigen.

Für noch mehr Infos und Tipps zu Kreta schaut doch mal bei den Blogs looping Magazin und travelontoast vorbei. Alles rund um Griechenland sowie die verschiedenen griechischen Inseln und deren Unterschiede könnt Ihr bei viermalfernweh nachlesen.

Die passende Hotelempfehlung für einen Urlaub auf Kreta findet ihr im folgendem Beitrag

Wart ihr auch schon auf Kreta und habt noch andere Tipps oder Erfahrungen, dann schreibt mir doch dazu ein Kommentar.

 

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2 Gedanken zu “Was Ihr auf Kreta erleben könnt

  1. Pingback: Sichere Reisezielen für Familien? Gibt es sie noch? Und welche sind es?

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