Rügen

Warum nicht auch mal Urlaub in Deutschland machen?

O.k. das Risiko mit dem wechselreichen Wetter hat man in südlichen Gefilden weniger und man hat garantiert Sonne und durchschnittliche 22-26 Grad. Dennoch haben wir uns dieses Jahr für einen Familienurlaub auf der schönen Insel Rügen entschieden und bezüglich der Sonnenstunden hätten wir es besser nicht antreffen können.

Seebrücke

Anreise

Zuerst einmal galt es aber die Autofahrt mit unseren Jungs (4 und 1 Jahr) von ca. 6 Stunden zu absolvieren. Die Anreise mit dem Auto war im Prinzip super, wir haben wirklich reisefreundliche Kinder. Mit Pausen hat die Anreise die kalkulierte Zeit von 8 Stunden gedauert.

Der Kleinste hat fast die ganze Zeit geschlafen und sein großer Bruder vergnügte sich mit Kinderhörspielen oder Kinder Apps wie Lego auf dem I-Pad. O.k. Pädagogisch jetzt nicht ganz so vorbildlich aber der Unterhaltungsgrad war langwieriger als die ganze Zeit „ich sehe was, was du nicht siehst“ zu spielen. Auf jeden Fall sollte man aber an die Kopfhörer denken, zum Gemeinwohl der Mitreisenden. Wer will schon Bibi Blocksberg oder Thomas und seine Freunde in Dauerschleife hören. Als Handgepäck hatten wir ihm vorher seinen Kindergartenrucksack mit Spielzeug packen lassen, natürlich nicht zu schwer, und am besten packt ihr ein Spielzeug ein womit er gerne spielt, als Überraschung wenn der Rucksack geöffnet wird.

Für den kleinsten gab es seine Lieblingskuscheltiere in Reichweite, ein Mobile mit Spieluhr was man am Haltegriff über der Türe befestigen konnte, und ein kleines Bilderbuch was auch einen praktischen Klettverschluss hat um es am Kindersitz zu befestigen. Ganz praktisch ist auch ein einfacher Alltagsgegenstand mit dem euer Kind gerne spielt. In unserem Fall sind es Plastikflaschen. Damit kann er sich super beschäftigen. Für die Autofahrt hatten wir extra eine kleine Wasserflasche mit Sand und Steinen gefüllt, aber nur so viel das sie nicht zu schwer wird. Die Flasche sollte als Joker dienen, wenn es mit dem quengeln mal zu viel wird. Gebraucht haben wir sie aber so gut wie gar nicht. Eine halbe Stunde vor unserem Ziel kam dann aber doch bei uns allen so langsam die Sehnsucht nach der Zielflagge auf unserem Navi auf. Dann mussten die guten alten Ratespiele aus unserer Kindheit oder die Bestechungsversuche mit Gummibärchen her halten. Somit konnten wir uns noch ein paar Minuten Geduld erkaufen. Aber man konnte es den Jungs nicht verübeln, schließlich waren wir als Erwachsene auch so langsam froh wenn wir uns wieder die Beine vertreten können.

Rügenbrücke -bald geschafft-

Rügenbrücke -bald geschafft-

Wo früher eine Fähre vom Festland zur Insel fuhr, da führt heute eine Brücke übers Wasser. Nachdem wir auf der Insel Rügen angekommen waren kam uns auf einmal ein wundervoller frischer Geruch in die Nase. Er duftete auf einmal nach Meer, Salzwasser und unglaublich viel frischer Luft, herrlich. Endlich angekommen, ging es erst mal raus auf dem Spielplatz den wir direkt vor unserer Unterkunft hatten und im Anschluss wurde das Ferienhaus erkundet.

Tipps für die Autofahrt:

Serways hat eine ganz praktische App mit der Ihr eure Route eingeben könnt um zu sehen welche Raststätten auf dem Weg liegen. Die Raststätten lassen sich dann noch filtern, z.B. nach Kinderspielplätzen oder Spielecken. Eine sehr schöne Raststätte war z.B. „Schönberger Land Süd“ dort gab es einen sehr sauberen und eingezäunten Kinderspielplatz mit einem Piratenschiff als Klettergerüst. Nur 10-20min. toben und schon sind die Kinder für die nächsten Kilometer zufrieden gestellt. Da ich beruflich viel unterwegs bin, habe ich im Vorfeld schon ein paar Serways Gutscheine gesammelt. Man bekommt die Gutscheine ja immer wenn man dort die Toiletten nutzt. Somit hatte ich dann immerhin 2,50€ in Gutscheinen zur Freude meines Sohnes, da er sich nach dem Toilettengang davon etwas kaufen konnte.

Gepäck:

Neben dem üblichen Sommer und Badesachen gehört definitiv eine Strickjacke etc. mit ins Gepäck, da die Abende recht frisch sind. Ein absolutes Muss wie ich finde sind Softshelljacken da sie Wind und Regen sehr gut abhalten, auch wenn wir sie nicht oft gebraucht haben. Für die Fahrt auf jeden Fall bequeme Kleidung. Für die Kinder T-Shirt und Jogginghose und eine Decke und Jacke zum schlafen während der Fahrt. Hauptsache die Kleidung ist bequem, wer sitzt schon gern 6-8 Stunden in einer Jeans die irgendwann zwickt. Für die Verpflegung eignet sich alles was nicht krümelt, schmilzt oder klebt. Wir hatten Möhren und Gurken geschnibbelt, Mini Kekse, belegte Brötchen für eine längere Pause, Würstchen und ausreichend zu trinken. Für die Kinder eignen sich Trinkflaschen mit festem Verschluss. Da halt auch unweigerlich Müll anfällt empfehlen sich Zipp Beutel als Müllbeutel zu benutzen. Die lassen sich immer wieder neu verschließen, so bleibt der Inhalt wo er hingehört und es fängt im Auto nicht an zu müffeln.

Unterkunft

Unsere Unterkunft Villa Lenchen lag in einem verschlafen Dorf namens Sehlen, fernab vom Massentourismus. Per Zufall hatte ich dieses Feriendomizil bei FEWO Direkt gefunden, weil ich nach einem Ferienhaus mit Pool gesucht habe.

Villa Lenchen

Villa Lenchen

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Blockhaus mit Sauna und Whirpool

Das Haus hat allerdings noch viel mehr zu bieten als nur einen Pool, der auch beheizbar ist. Es gibt dort außerdem ein Blockhaus mit Sauna, Whirlpool und Sportgeräten, einen Spielplatz mit Schaukel, Wippe, Rutsche und einem ausrangierten Segelboot (in dem man herrlich spielen kann).

Ahoi!

Im und an dem Haus fehlt es wirklich an nichts! Man hat die Wahl ob man mit Gas oder Holzkohle grillen möchte, man kann es sich im Wohnzimmer vor dem Kamin gemütlich machen, es gibt eine voll ausgestattet Küche und sollte mal was fehlen kauft man es halt nach. Wenn kein Grillwetter ist kann man auch Fondue oder Raclette machen. Wer mag kann sogar jeden Tag ein frisch gezapftes Bier genießen, eine Perfect Draft Zapfanlage steht im Wohnzimmer dafür bereit. Ich war besonders von der Gitarre begeistert die im Wohnzimmer stand und lies es mir nicht nehmen nach dem Grillen ein bisschen darauf zu spielen. Mein Tipp, erst mal hinfahren und dann gucken was noch so gebraucht wird, den Rest kann man gut vor Ort kaufen, selbst sonntags hat ein real Markt im nächsten Ort Bergen geöffnet, ein Auto solltet ihr aber auf alle Fälle dabei haben. Eigentlich braucht man noch nicht einmal vorher Reiseführer lesen oder sich selber welche mitnehmen, die findet man in großer Auswahl alle im Haus. Selbst ein Kinderbuggy ist vor Ort. Das Haus an sich ist mit sehr viel Liebe zum Detail ausgestattet und wurde 2013 komplett saniert. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an die Familie Legner für diese tolle Ferienunterkunft.

Sehr gut fanden wir vor allem, dass man die Kinder frei herum laufen lassen kann. Der Pool ist auf dem Grundstück über ein paar Stufen erreichbar und mit einem Zaun und Tor abgesperrt, so dass unser kleinster Reisegast beruhigt krabbeln konnte. Das Haus selbst liegt total ruhig, mit schönem Blick ins Grüne wo jeden Tag Pferde auf der Weide zu beobachten waren. Wir haben die Zeit dort sehr genossen und haben auch wirklich viel Glück mit dem Wetter gehabt. Einen Tag war es zwar auch etwas kühl und ziemlich stürmisch, aber nicht weiter schlimm, ich finde so ein Wetter gehört einfach auch dazu wenn man an die See fährt. Wir haben es uns dann vor dem Kamin gemütlich gemacht.

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Ein schönes Zimmer für echte Piraten

Ausflüge

Ostseebad Binz:

Sehr schöner Kurort mit feinem sauberem Sandstrand, ideal für Familien da es genügend Strandbuden gab an denen man zwischendurch mal Pommes oder Würstchen kaufen konnte. Die Wassertemperatur von der Ostsee war allerdings noch sehr eisig, was die Kinder aber weniger gestört hat. So lang sie am Strand und am Wasser sind, sind sie glücklich und abends total müde.

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Nach der kühlen Ostsee war es in unserem Pool richtig angenehm. Trotzdem empfiehlt sich für die Kinder ein Neoprenanzug, damit sie nicht so schnell unterkühlt sind. Für unseren ältesten hatten wir einen Anzug bei Amazon erstanden der erstaunlich gut warm hielt.

Seebrücke Sellin:

In Sellin waren wir an der wohl bekanntesten Seebrücke Rügens.

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Zu unserem Erstaunen war der Strand trotz des sommerlichen Wetters recht leer. Der Sandstrand war noch feiner und sauberer als in Binz und das Wasser war sehr flach. Ein paar hundert Meter hinter einem Wellenbrecher gelegen konnte man sehr weit in die Ostsee rein laufen. Am Anfang gab es ein paar kleine Sandbänke auf denen man Ball spielen oder Sandburgen bauen konnte. Auch wenn es hier keine Strandbuden gab und man sich um die Verpflegung selber kümmern musste, ist der Strand besonders mit kleinen Kinder sehr gut geeignet, da dieser erstens nicht so voll ist und die Kinder sehr weit alleine ins Wasser können. Wenn man keine Kurkarte hat muss man allerdings 2,80€ pro Erwachsener als Tageskarte zahlen. Kinder bis 12 Jahre brauchen nichts zahlen. Wussten wir auch nicht, erst beim zusammenpacken kam jemand zum kassieren. Mit einer Kurkarte oder Tageskarte kann man dann auch die Toiletten kostenlos benutzen, sonst kostet es 50 Cent. Gleiches gilt übrigens auch für Binz. Ob sich so eine Kurkarte lohnt, hängt von den jeweiligen Aktivitäten ab. Da wir in Binz und Sellin nur Tagesgäste waren hätte es sich nicht rentiert. Für einen nahe gelegenen Parkplatz zahlt man auch nochmal max. 5€ als Tagessatz. Einfach in Sellin der Beschilderung Richtung Seebrücke folgen und ihr kommt automatisch zu den Parkplätzen.

Prora:

Besichtigung vom „Seebad Prora“ Ein zwischen 1935-1939 geplantes und unvollendetes Seebad der Organisation KdF (Kraft durch Freude) in dem bis zu 20.000 Menschen gleichzeitig Urlaub machen sollten. Der Koloss erstreckt sich über eine Länge von 5 Kilometern entlang der Küste. Mit Beginn des zweiten Weltkriegs wurden die Bauarbeiten eingestellt. Heute ist es ein Denkmal des damaligen Größenwahns. Während der DDR wurde dieses Gebiet als militärisches Sperrgebiet ernannt, verschwand von der Karte und diente als Kaserne. Heute ist es teilweise Ruine, teilweise Museum. Ein Teil wurde saniert und als Jugendherberge umgenutzt. In anderen Teilen ist man dabei Wohn-und Geschäftsbereiche zu errichten. Es wird aber wohl immer ein lebendiges Denkmal bleiben, was uns hoffentlich immer daran erinnert, dass für nationalsozialistisches Gedankengut kein Platz ist.

 

Hinter dem Gebäudekomplex zum Meer gibt es übrigens wunderschöne fast Menschenleere Dünen zu entdecken.

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Tipps

Sollte es mal kein Strandwetter sein so gibt es dennoch zahlreiche Möglichkeiten auf Rügen zu entdecken die wir selbst noch nicht alle gesehen haben z.B.

Fazit

Ein wirklich toller Urlaub geht zu Ende. Wir kommen bestimmt wieder da wir noch lange nicht alles gesehen haben und eine wirklich tolle Unterkunft gefunden haben in die wir gerne zurückkehren.

 

Impressionen

Villa Lenchen

Wenn Ihr Lust auf weitere Infos zum Thema Rügen habt, dann schaut doch mal bei meinen Bloggerkollegen vorbei.

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7 Gedanken zu “Rügen

  1. Das sieht ja wirklich toll aus! In der Ecke waren wir noch nie – aber ich sehe schon, das sollten wir unbedingt mal in die Reiseplanung aufnehmen! LG Antje

  2. Huhu!
    Wir waren bei den Störtebeker Festspielen, die waren ganz toll! Allerdings wird dein Kleinster noch zu klein dafür sein, ich finde das so ab 5 spannend. Es ist laut und voll da, wir hatten Plätze in der 2. Reihe, was mega-toll war!
    Wenn ihr hin geht, müsst ihr unbedingt ne warme Jacke, evtl. Fleecedecke mitnehmen. Wenn man das Theater anschaut, wird es auf Dauer kalt. Ist ja direkt am Wasser, da ist es auch gerne mal windig…

    Im Ozeaneum waren wir mit allen anderen Touris zusammen an einem Regentag. Voll, aber toll! Da konnten wir einen kleinen Seestern anfassen. Süß!

    Viele Grüße,
    Martina

  3. Pingback: Familienurlaub auf Rügen: Ganz nah an der Natur - family4travel

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